Sonntag, 29. März 2026
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Nachruf Ehrenstadtbrandinspektor Karl-Heinz Thiemer

Am Freitag, den 13.03.2026 ist unser langjähriges Mitglied, Ehrenstadtbrandinspektor und Ehrenmitglied des Vereins, Karl-Heinz Thiemer nach schwerer Krankheit verstorben.

Karl-Heinz trat nach seiner Ausbildung zum Maschinenschlosser bei der Firma SKF, am 01.04.1982 mit damals 26 Jahren als Feuerwehrmannanwärter in den hauptamtlichen Dienst der Feuerwehr Schweinfurt mit Ständiger Wache ein. Nach absolvieren seines Grundausbildungslehrgangs bei der Berufsfeuerwehr Augsburg bestand er im Januar 1983 die Anstellungsprüfung und wurde nach einer zweijährigen Probezeit zum 01.02.1985 in das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit übernommen. Zum 01.07.1993 erfolgte die Ernennung zum Oberbrand- und zum 01.04.1996 die Ernennung zum Hauptbrandmeister. Dem Voraus gingen ein entsprechendes Auswahlverfahren sowie der Lehrgang bei der Berufsfeuerwehr Nürnberg, welcher ihn auch zum Führen eines Zuges berechtigte. Sein regelmäßiger Einsatz erfolgte fortan bei unzähligen Schadenslagen im Bereich Brandbekämpfung und technischer Hilfeleistung als Gruppen- oder Zugführer.

Sein Führungs- und Organisationstalent wurde zudem auch im ehrenamtlichen Bereich erkannt, in welchem er sich über die berufliche Schiene hinweg ebenfalls stark engagierte. Zum 01.07.2001 erfolgte folgerichtig die Wahl zum Stadtbrandinspektor und somit zum stellvertretenden Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Schweinfurt. Auch die Stadt Schweinfurt übertrug ihm mit Wirkung zum 01.11.2001 die stellvertretende Leitung der Ständigen Wache sowie ebenfalls zum 01.11.2001 auch die Wachführung der Wachabteilung 3.

Karl-Heinz war immer zu Stelle, wenn es im Bereich der verantwortlichen Leitungsebene zu einer Stellenvakanz kam. So übernahm er aufgrund des Pensionseintritts des amtierenden Stadtbrandrates und Sachgebietsleiters vom 01.10.2009 bis 31.03.2010 kommissarisch die Leitung der Feuerwehr sowohl im Haupt- als auch im Ehrenamt. Für die identische Aufgabe sprang er aufgrund einer langen Erkrankung des damaligen Amtsinhabers von September 2014 bis August 2016 erneut ein. Neben den Verwaltungsaufgaben des Kommandanten zeigte Karl-Heinz sich innerhalb dieser Zeit für eine Vielzahl mittlerer und größerer Einsätze verantwortlich und leitete diese.

Während seiner Laufbahn eignete er sich durch eine große Anzahl an Lehrgangsbesuchen eine breite Wissensbasis an. So lagen die innerdienstlichen Schwerpunkte zu Beginn auf der Tätigkeit als Atemschutzgerätewart bzw. im Gefahrgutbereich. Im weiteren Verlauf seiner Dienstzeit bzw. mit der Übernahme von Führungsfunktionen war es vor allem der Vorbeugende Brandschutz, welchem er sich widmete. Dabei frischte er regelmäßig sein Wissen auch an externen Stellen auf, um auf dem Stand der Technik zu sein und somit die Belange der Feuerwehr zeitgemäß vertreten zu können.

Zum 01.01.2017 endete die hauptamtliche Laufbahn mit der Versetzung in den verdienten Ruhestand. Dem Ehrenamt stand Karl-Heinz noch bis zum 31.05.2018 als Stadtbrandinspektor zur Verfügung, ehe er auch diese Tätigkeit in jüngere Hände geben konnte.

Neben seinem örtlichen Wirken für den abwehrenden Brandschutz der Stadt Schweinfurt war er auch überregional im Einsatz. Als gravierendste Stationen sind dabei wohl die Übernahme der Führung des Hilfeleistungskontingents beim Elbhochwasser 2002 in Dessau sowie die Schneekatastrophe im Bayerischen Wald 2006 zu nennen. Für erstere Tätigkeit wurde Karl-Heinz im Jahr 2002 mit der Hochwasser Medaille Sachsen-Anhalt ausgezeichnet.

Herauszuheben ist ebenfalls seine über 25-jährige Tätigkeit als Luftbeobachter für die Regierung von Unterfranken. Für die Stadt Schweinfurt war er seit dem Jahr 2002 als im voraus benannter Örtlicher Einsatzleiter (ÖEL) auch ein wichtiger Teil des örtlichen Katastrophenschutzes.

Karl-Heinz war in Schweinfurt als „Macher“ bekannt. So lagen ihm neben dem Einsatzdienst immer auch gesellschaftliche bzw. dienstliche Veranstaltungen am Herzen. Die in Schweinfurt stattfindende Dienstversammlungen des Landesfeuerwehrverbands sowie die landesweite Eröffnung der Brandschutzwoche in Schweinfurt im Jahr 2004 stehen sinnbildlich für die Organisationsgabe von Karl-Heinz. Er war in allen Fällen mitverantwortlich für den reibungslosen Ablauf des Rahmenprogramms und den positiven Eindruck, den die Stadt sowie die Feuerwehr dort hinterließen.

Lange Zeit zeichnete er sich auch verantwortlich für das alljährlich stattfindende Übungswochenende im Bundeswehrübungsdorf Bonnland, an dem die Feuerwehr Schweinfurt gemeinsam mit dem THW und dem ASB in 3 Tagen verschiedenste Übungsszenarien abarbeiten konnte. Besonders die möglichst realistische Übungsplanung und –evaluierung lagen ihm dabei immer am Herzen. Zu kurz kommen durfte dabei aber auch der gemütliche Teil am Abend nicht.

Im Allgemeinen war es grundsätzlich die fundierte Aus- und Fortbildung im abwehrenden Brandschutz und technischen Hilfsdienst, auf welche er sowohl im haupt- als auch im ehrenamtlichen Bereich seinen Fokus legte. So führte er im Laufe seiner Dienstzeit eine Vielzahl an Lehrgängen auf der Schweinfurter Feuerwache durch.  Durch sein hohes technisches Verständnis und seine breit gefächerte Einsatzerfahrung beherrschte er es durchweg, sein theoretisches und praktisches Wissen an die Teilnehmer zu vermitteln. Gerade in der Atemschutzausbildung sowie der –gerätewartung war er lange Jahre auch im Arbeitskreis auf Bezirksebene tätig und wurde dort von seinen Mitstreitern sehr geschätzt.

Karl-Heinz hat sich weit über das normale Maß hinaus, sowohl im Haupt-, vor allem aber auch im Ehrenamt für die örtlichen und überörtlichen Belange der Feuerwehr eingesetzt. Sein persönliches wie mitreißendes Engagement, sein selbstloser Einsatz in unzähligen Situationen und Funktionen sowie seine Bereitschaft, Verantwortung in Führungspositionen zu übernehmen, zeichneten ihn aus. Als Anerkennung seiner besonderen Verdienste für das Feuerwehrwesen wurde ihm am 16.10.2023 das Steckkreuz durch Joachim Herrmann Staatsminister des Innern, für Sport und Integration verliehen.

 

Lieber Karl-Heinz wir danken dir von ganzem Herzen für deine Zeit und dein Engagement für die Feuerwehr. Wir werden dein Schaffen in Ehren halten und weiterführen.

Unser tiefes Mitgefühl gilt in diesen schweren Stunden, deiner lieben Claudia, deiner Familie und allen, die dir nahestanden.

Karl-Heinz Ruhe in Frieden.

Basismodul der modularen Truppausbildung erfolgreich abgeschlossen

Mit sechs Anwärter*innen aus der Jugendfeuerwehr und der aktiven Mannschaft wurde der Grundausbildungslehrgang nach 70 Stunden theoretischer und praktischer Ausbildung erfolgreich beendet. Schon das dritte Jahr in Folge konnte die Freiwillige Feuerwehr Schweinfurt so viele neue Mitglieder begrüßen, dass ein solcher Lehrgang durchgeführt werden konnte. Federführend in der Planung und Durchführung war hier Stadtbrandmeister Michael Spath in der Verantwortung, der zusammen mit den Ausbildern die 70 Stündige Ausbildung organisierte. Für die frischgebackenen Absolventen geht es nun in die einjährige Praxisphase, in der das Erlernte im regulären Übungsbetrieb gefestigt werden wird, bevor im kommenden Jahr die Abschlussprüfung der Grundausbildung der Freiwilligen Feuerwehr ansteht. Wer sich für die ehrenamtliche Tätigkeit bei der Freiwilligen Feuerwehr, der Jugendfeuerwehr oder für die ganz jungen Einsteiger bei der Kinderfeuerwehr interessiert, kann sich unter 09721-516300 oder per Email Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! melden.

 

von links: Stadtbrandmeister Michael Spath, Prüfer Frank Schikowski, Prüfer Alexander Eßmann, Flavius Fat, Lavinia Helbig, Nick Ziegler, Kiana Eßmann, Moritz Meisgeier, Tobias Hertlein, Prüfer Robert Sims, Stadtbrandinspektor Florian Körblein

FK / DZ

Die unsichtbare Gefahr – Einsatzübung der Gefahrstoffmesseinheiten der Region Main-Rhön

Wer am 22.07.2023 im Bereich Hafen und Sennfeld unterwegs war, dem sind vermutlich vier Feuerwehrfahrzeuge aufgefallen, die mit langsamer Geschwindigkeit immer wieder vordefinierte Punkte angefahren haben, um dort verschiedene Messungen durchzuführen. Diese speziellen Fahrzeuge des Katastrophenschutzes werden für die Messung von atomaren und chemischen Gefahrstoffen eingesetzt und auch als ABC-Erkunder bezeichnet. Stationiert sind diese bei den Feuerwehren Sand am Main, Poppenlauer, Schweinfurt und Werneck. Diese kommen nicht nur bei Katastrophenfällen oder dem Verteidigungsfall zum Einsatz, sondern können auch bei normalen Feuerwehreinsätzen, wie Großbränden oder dem Freiwerden von Gefahrstoffen eingesetzt werden.

Bei der Übung, die Sebastian Mademann von der Feuerwehr Schweinfurt organisiert hatte, ging es in erster Linie darum, die Zusammenarbeit und Koordination der vier Fahrzeuge zu üben. Dabei richtete die Unterstützungsgruppe Einsatzleitung der Freiwilligen Feuerwehr Schweinfurt eine Einsatzführungsstelle ein, bei der alle Fäden zusammenliefen. Zusammen mit dem Einsatzleiter Manuel Rumpel legte man dort basierend auf dem sicher ergebenden Lagebild weitere Maßnahmen fest. Angenommenes Szenario für diese Messübung ist ein Brand in einem Lager für Düngemittel, der sich beim Eintreffen des Löschzuges der Ständigen Wache schon zu einem Großbrand entwickelt hatte und eine deutlich sichtbare Rauchsäule entstanden war. Gemäß dem existierenden Notfallplan für Ereignisse in diesem Objekt alarmierte die Integrierte Leitstelle neben der Feuerwehr Schweinfurt auch die erwähnten Messfahrzeuge. Im Ernstfall wären darüber hinaus zusätzlich eine große Anzahl weiterer Feuerwehren sowie anderer Einheiten alarmiert worden, worauf man aber um den Fokus auf dem Bereich Gefahrstoff zu belassen, verzichtet hatte.

Vom Verlauf zeigten sich Stadtbrandinspektor Florian Körblein der zusammen mit Kreisbrandrat Ralf Dressel (Haßberge) und dem Fachkreisbrandmeister Gefahrgut Ralf Weber (Landkreis Schweinfurt) zufrieden. Die Zusammenarbeit funktionierte sehr gut und man hat die Punkte, an denen man in der Zukunft noch optimieren kann, gut herausarbeiten können. Die Erkenntnisse fließen ebenfalls in die stetige Weiterentwicklung dieser Einsatzpläne mit ein.

 FK

Heben von Lasten mit schwerem Gerät

Das Anheben von Lasten mit schwerem Gerät ist nur eine von vielen Aufgaben der Feuerwehr, welche im Bedarfsfall absolut sitzen müssen. So konnte die diensthabende Wachabteilung 1 am Samstag, den 06.05.2023 selbiges Einsatzszenario unter Realbedingungen an einer Baustelle in der Bellevue trainieren.

Dank eines zur Verfügung gestellten 28t Kettenbaggers sowie eines 6t Radladers, konnten die Einsatzkräfte verschiedene Möglichkeiten des Anhebens direkt am Gerät üben. Nach einer kurzen Einführung in die Technik der beiden Geräte sowie die Betrachtung der möglichen Gefahren, wurden im Voraus die Möglichkeiten des mechanischen, pneumatischen sowie hydraulischen Hebevorgangs besprochen, abgewogen und letztlich eingesetzt. In zwei Szenarien mussten die Einsatzkräfte eine eingeklemmte Person unter den beschriebenen Lasten befreien.

Mit einem Hebevorgang, unabhängig vom Gewicht, geht eine Sicherung mittels Unterbaumaterial (Rüstholz) einher, welches über die mitgeführten Materialien des RW-Logistik sowie des AB-Rüst sichergestellt und eingesetzt wurden.

Ein großes Dankeschön geht an dieser Stelle an Herrn Lotter (Oberbauleitung Riedel Bau AG) für die kurzfristige Organisation der Übungsörtlichkeit. Ebenso sagen wir im Namen der Feuerwehr Schweinfurt vielen Dank an die Fa. Riedel Bau AG für die Genehmigung zur Durchführung der Einsatzübung auf selbiger Baustelle sowie an die Fa. Georg Riegel GmbH für die Bereitstellung und Zustimmung zum Üben am schweren Gerät (Kettenbagger und Radlader).

PV

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